Rennbericht!

Bericht wurde verfasst vom Andi!

Und wieder mal ein Rennwochenende überlebt.
Nachdem ich am Donnerstag die gesamten Fressalien, Ölvorräte und bei unserem diesjährigen Sponsor Paulaner 150 Liter Bier und 100 Liter Wasser und Limo geholt habe, mache ich mich auf den Weg nach Speinshart. Unser Schrauber Hobbe und Schäd kommen erst gegen Mitternacht an, sie haben um 17 Uhr nochmal den Motor zerlegt, um die seltsamen Geräusche zu beseitigen, die sich vor ein paar Tagen bei Probeläufen gezeigt haben.
Den Freitag verbringen wir damit, die Kiste durch die TÜV-Abnahme zu bekommen, was nach diversen Auspuffsänderungen und hier nicht näher genannten Massnahmen gelingt..de
Startfahrer am Samstag ist Markus, er legt ab Runde 1 ein Höllentempo vor und ich bekomme das Mofa nach über einer Stunde auf Platz zwei liegend übergeben. Da ich dem Hobbe versprochen habe, mich nicht wieder in der ersten Runde in der ersten Kurve aufs Maul zu packen, gehe ich es ruhig an. So ruhig, wie es in einem Rennen halt geht. Und tatsächlich gelingt es mir, nicht zu stürzen sondern sogar viele Zweikämpfe für mich zu entscheiden. Ich werde mutiger, nehme die schnelleren Linien und werde schneller. Nach einer halben Stunde, komme ich mir vor, als wäre ich noch nie etwas anderes als Mofarennen gefahren. Eine weitere halbe Runde später ballere ich die Start/Zielgerade rauf und will an deren Ende nahezu ungebremst eine Spurrille treffen um innen einen Pulk Fahrer zu überholen. Leider trifft nur das Vorderrad die Rille und ich segle über den Lenker ab. Landung auf Ellenbogen und Hüfte. Aua.
Mir ist schwarz vor Augen, aber jemand hilft mir unter dem Mofa raus. Als ich immerhin schon wieder schwarz/weiss sehen kann werde ich nach meinem Helm gefragt. Es ist Markus, der zufällig gerade da stand. Er schnappt sich meinen Helm und fährt mit dem glücklicherweise unzerstören Mofa weiter Runden, bis der Schäd soweit ist. Der fährt dann ebenfalls eine Stunde lang super Rundenzeiten und unser Platz in den Top-5 ist stabil.
Kurz nachdem der Markus wieder fährt, beginnt das Rennen, dramatisch zu werden. Erst hat er einen Platten, danach springt uns mit schöner Regelmässigkeit die Kette ab. Es dauert Stunden, bis der Fehler gefunden und behoben ist. Unsere Platzierung ist bis auf Pltz 60 gefallen. Ich falle für den Tag als Fahrer aus, trotz einigermassenen Überdosierung meiner Lieblings-Renndroge Voltaren kann ich nicht mal schmerzfrei in Stuhl sitzen. Markus und Schäd geben alles und fahren uns bis zum Abend auf Platz 18 zurück. Eine unglaubliche Leistung.
Da sich der Markus als Startfahrer bewährt hat, darf er auch am Sonntag als erster raus. Es regnet in Strömen, die Piste ist eine einzige Schlammwüste. Seine Erfahrung im Rallysport macht sich bezahlt, er gewinnt weitere 3 Plätze. Ich schaufele derweil eine mittlere Deichanlage auf, um das auf der Strecke stehende Wasser so zu kanalisieren, dass es nicht genau durch unsere Box läuft. Während Schäds Turn beginnen allmählich Probleme mit der Motorleistung, wir finden die Ursache in Wasser, Schlamm und Stroh in der Airbox. Mehrere Reinigungen derselben, sowie des Vergasers bringen keine Besserung. Alle 2-3 Runden steht das Mofa an der Box. Zu unserem Glück geht es den anderen Teams nicht besser, phasenweise sind nur 6 (von 100 gestartetetn) Mofas auf der Strecke. Da Aufgeben nicht auf dem Plan steht, probiert Hobbe alles, den Motor wieder flott zu bekommen. Vergebens, er wird immer schwächer, Diagnose Lagerschaden, zum Schluss kommt man nicht mal im 1. Gang um die Runde. Gegen
15 Uhr bleibt uns nix anderes übrig, als die vorsorglich mitgebrachte Grableuchte anzuzünden.
Wir beenden das Rennen auf Platz 20, keins der Teams nach uns ist noch aktiv im Rennen, nur die 10 Top Teams sind unterwegs, wenn auch nie alle gleichzeitig, alle kämpfen gegen den Schlamm.
Was bleibt, ist die Freude über eins der besten Mofas auf dem Platz und die Gewissheit, ganz oben auf dem Treppchen ankommen zu können, wenn man vom Fehlerteufel verschont bleibt.